Seit der Einführung der Riester-Rente durch die damalige Rot-Grüne Regierung ist es in allen Köpfen. Durch den demographischen Wandel – der als demographische Zeitbombe dargestellt wird – dürfen wir uns nicht mehr auf die gesetzlichen Sozialversicherungen verlassen. Private Vorsorge ist zum Überleben im Alter unbedingt nötig, sei es durch eine private Versicherung oder einen Sparplan. Nur so sind wir von dieser Entwicklung unabhängig.
Gibt es diesen demographischen Wandel aber überhaupt? Und wer kann, auch mit Unterstützung mit Statistiken, sagen wie viele Menschen in 40, 50 oder gar 60 Jahren in Deutschland leben? Diese Möglichkeit besteht nur mit Magie oder Demagogie. Im Jahr 2009 lebten in Deutschland 81.87 Millionen Menschen, 1999 waren es gut 82 Millionen. Dies macht einen Rückgang um ein viertel Prozent aus. Und, von 1990 bis 1999 ist die Einwohnerzahl Deutschlands sogar um 2 Millionen gestiegen.
Verschwiegen und verschleiert wird auch die verdrei- bis vervierfachte Produktivität der Arbeitenden in den vergangenen 45 Jahren. Diese wird und wurde nicht genutzt um die Löhne und Gehälter der Arbeitenden zu erhöhen, sondern um Kapitalzuwächse bei Investoren zu erzielen. Da sich diese Entwicklung in den letzten 20 Jahren rasant beschleunigt hat, bleibt für die Sozialversicherungen immer weniger Geld übrig. Mit allen uns bekannten negativen Folgen.
Jetzt die Bildung von privatem Vorsorgekapital von Arbeitenden zu fordern führt nicht zum Erfolg. Allein schon, da die Einkommen der abhängig Beschäftigten durch das Abschöpfen der Gewinne durch die Eigentümer der Produktionsanlagen zu gering zur Bildung von privaten Vorsorgekapital ist. Warum also sollen die Gewinne weiterhin Sozialversicherungsbeitragsfrei bleiben? Warum soll die Produktivitätssteigerung und der technische Fortschritt sich nicht für alle lohnen?
Dies würde ein Umdenken bei der Erhebung von Sozialversicherungsbeiträgen bedeuten – verbunden mit einem Systemwechsel bei der Beitragsfinanzierung. Rentenbeiträge müssen auf Maschinen und Software vom Staat erhoben werden, eine Wertschöpfungsabgabe beim Erzeuger. Probleme mit dieser Art der Beitragserhebung dürfen nur die Eigentümer der Produktionsanlagen und Lebensversicherungskonzerne bzw. Aktionäre dieser haben. Rentner dürften sich wieder auf ihren Ruhestand freuen, statt Angst vor Altersarmut zu haben.