Risiken für unser knappes Trinkwasser

17. Januar 2011  Energie

Mit hohem Risiko für das Grundwasser hat der US-Ölkonzern Exxon-Mobil im emsländischen Lünne mit Erkundungsbohrungen nach Erdgas begonnen. Um die Ausbeute auch von unter normalen Umständen unrentablen Gasfeldern zu ermöglichen wird eine große Menge – bei einer bereits in Söhlingen erfolgten Bohrung 2.600.000 Liter – mit hochgiftigen Chemikalien versetztem Wasser in den Untergrund gepresst. Hierdurch sollen sich Risse im Gestein bilden, die zugesetzten Inhaltsstoffe (wie Säuren, Oxidationsmittel, Enzyme, Biozide usw.) sollen die Risse offen halten oder der Flussverbesserung und dem Schutz der eingesetzten Anlagen dienen. Die Richtung und das Ende der Rissbildung ist nicht berechenbar. Mehrfach haben sich die Risse bei Bohrungen in den USA und Kanada bis ins Grundwasser fortgesetzt, so dass die Chemikalien sich in diesem wiederfanden.

Die, für dieses Fracking genannte Verfahren, benötigten Mengen an Wasser sind in Deutschland nicht verfügbar ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Zusätzlich ist der Einsatz der Chemikalien bei dem hohen Risiko der Einbringung in das Grundwasser nicht akzeptabel. Für die eingesetzten Chemikalien gibt es bei den Wasserwerken keine Kontrollmechanismen, so kann verunreinigtes Wasser ins Trinkwasser gelangen. Da auch die Landwirtschaft auf saubere Wasser angewiesen ist, ist dies ein weiterer Weg der Gefährdung für Mensch und Tier.

In Norddeutschland fördert der US-Ölkonzern Exxon-Mobil bereits Sauergas. In diesem sind Schwefelwasserstoff und CO2 enthalten. Da das Gas vor der Einspeisung ins Erdgasnetz gereinigt werden muss, fallen große Mengen Schwefel an und der CO2 Anteil wird an die Umgebung abgegeben. Auch eine Verflüssigung des CO2 und die Verpressung in den Untergrund zur Speicherung (CCS) oder zur Druckerhöhung (Fracking) ist keine Alternative, da das Emittieren nicht auf Dauer verhindert werden kann.

Trotz der hohen Kosten wird bei diesen Technologieen bei großer Gefahr nur eine relativ geringe Menge an Erdgas gewonnen. Stattdessen sollte das Geld in Erneuerbare Energien investiert werden.

Siehe auch Bericht des NDR vom 10.01.2011: Gift bei Gasförderung in Boden gelangt