Die Lebensmittel-Branche wird derzeit von einem Dioxin-Skandal erschüttert. Gepanschtes Tierfutter wurde an Geflügel und Schweine verfüttert. Es gelangte über Eier und Fleisch unentdeckt auf unsere Teller. Eine Ursache des Skandals ist im weitgehend unkontrollierten Weltagrarmarkt zu suchen. Wettbewerb und Preiskampf beherrschen das Geschäft. Grundlegende soziale oder ökologische Regeln fehlen. Wo aber Massenerzeugung und Dumpingpreise in den Vordergrund treten, bleiben Qualität und Verbraucherschutz auf der Strecke. Lebensmittel werden zum Sicherheitsrisiko, wenn Niedriglöhne und global gehandelte Billigstrohstoffe den Ton angeben.
Der Dioxin-Skandal zeigt: Es läuft grundsätzlich etwas falsch. Über Monate wurde Dioxin haltiges Industriefett gezielt in Futtermittel eingemischt. Die Eigenkontrollen der Betriebe haben versagt, Laborergebnisse wurden gezielt verschleiert. Das privatwirtschaftliche Prüfsystem „QS“ hat bei der Dioxin-Panscherei nicht funktioniert. Es offenbart sich ein durchgängiges Versagen in dem hoch sensiblen Wirtschaftsbereich der Lebensmittelerzeugung. Mehr Kontrollen und höhere Strafen allein werden die grundlegenden Ursachen nicht bekämpfen. Fest steht: Unser Kontrollsystem ist nicht auf dem Stand der Zeit: Während wir in einem globalen Markt leben, wird die Lebensmittelüberwachung von den einzelnen Bundesländern vorgenommen und in klammen Kommunen und Landkreisen durchgeführt.
Vorrang vor Profitgier und kriminellen Machenschaften muss vorsorgender Verbraucherschutz haben, dies ist nur mit Politikern möglich die keiner Lobby verpflichtet sind. Gesunde Lebensmittel zu bezahlbaren Preisen bekommen wir nur durch klare gesetzliche Vorgaben. Die Erzeugung unseres Essens muss vom Acker bis zum Teller nachvollziehbar sein und nach einheitlichen Regeln überwacht werden.
Siehe auch: Rede von Hans-Henning Adlers (DIE LINKE) zur Regierungserklärung des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Lindemann (CDU) zum Dioxin-Skandal