Equal Pay Day – „Frauenarbeit ist mehr wert!“

25. März 2011  Arbeit & Kapital

Der Equal Pay Day (EPD), der internationale Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen wird in zahlreichen Ländern an unterschiedlichen Tagen begangen. Der Aktionstag markiert symbolisch oder rechnerisch jenen Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssen, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern zu kommen.

Der erste Equal Pay Day in Deutschland fand am 15. April 2008 auf Initiative der Business and Professinal Women (BPW) statt. Das Berufs-Frauennetzwerk übernahm damit zunächst das in Amerika festgelegte Datum für den Aktionstag. Im Jahre 2009 entschied man sich dafür, den Tag anhand der aktuellen Zahlen zum Entgeltunterschied von Frauen und Männern zu errechnen. In Deutschland errechnet sich das Datum des Equal Pay Day seit 2009 nach folgender Formel:

52 Wochen/Jahr mal 5 Arbeitstage/Woche = 260 Arbeitstage/Jahr mal statistisch aktuell ermitteltem Entgeltunterschied in Prozent. So fand 2009 der Equal Pay Day am 20. März und 2010 am 26. März statt, in 2011 fällt er somit auf den 25. März.

Wie hoch ist der derzeitige Entgeltunterschied in Deutschland ?

Nach der Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes vom 12. November 2009 haben Frauen in Deutschland im Jahr 2008 mit durchschnittlich 14,51 Euro pro Stunde 4,39 Euro weniger als Männer verdient. Damit lag der der prozentuale Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Frauen und Männern, bei 23 Prozent. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland nach der letzten Veröffentlichung von europäischen Statistiken im hinteren Drittel aller 28 europäischen Mitgliedstaaten. Das Tragen einer roten Tasche hat sich, nicht nur in Deutschland, zum Symbol des Protests gegen Entgeltungleichheit entwickelt. Rote Taschen stehen für rote Zahlen und dafür, dass Frauen weniger in der Tasche haben als Männer.

Ziele des Equal Pay Day

Ziel des Equal Pay Day in Deutschland ist es, über den Einkommensunterschied und seine Ursachen aufzuklären. Seit 2009 wird der deutsche Aktionstag von einem nationalen Aktionsbündnis unter der Federführung des BPW Germany durchgeführt.

Die Ursachen der Lohndifferenz zwischen den Geschlechtern sind bekannt.

Niedriglöhne, Teilzeitarbeit, Mini-Jobs, schlechtere Bezahlung von Frauenberufen und offene Diskriminierung. Die schwarz-gelbe Regierungskoalition beschränkt sich jedoch auf Scheinaktivitäten. Appelle an die Wirtschaft sind genauso sinnlos, wie weitere Prüfaufträge der Regierenden. Auch heute noch trifft diese Ungerechtigkeit alle Frauen, aber finanziell wirkt es sich für Alleinerziehende besonders dramatisch aus. Sie können oft trotz Vollzeitjob, in schlecht bezahlten Berufszweigen nur mit staatlichen Zuschüssen leben.

Was muss getan werden?

DIE LINKE fordert einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro, gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit, ein Ende geringfügiger Beschäftigung, die Umwandlung von Mini-Jobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die Förderung einer familienfreundlichen Arbeitswelt, die gesetzliche Gleichstellung von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft, die Verkürzung der Arbeitszeit für Vollbeschäftigte sowie eine eigenständige Alterssicherung für Frauen.“

Der diesjährige Equal Pay Day am 25. März steht unter dem Motto „Entgeltgleichheit – jetzt!“ Werden wir gemeinsam aktiv!

Um auf diese Lohnlücke aufmerksam zu machen, veranstaltet ein frauenpolitisches Aktionsbündnis in Bremerhaven mit BPW Business and Professional Women, Club Bremerhaven e.V., Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberech­tigung der Frau – Büro Bremerhaven (ZGF), ASF – Arbeitsgemeinschaft sozialdemo­kratischer Frauen, ver.di-Frauen, IG-Metallfrauen, Sozialverband Deutschland einen Aktionsnachmittag ab 15.00 Uhr in der Bürgermeister-Smidt-Straße, vor den Eingängen zum Columbus-Center Bremerhaven, beginnend am Eingang bei Karstadt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Stefanie Bressel, 1. Vorsitzende BPW Business and Professional Women, Club Bremerhaven e. V., Tel. 0471 391 9940 und/oder Dr. Anne Röhm, Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau – Büro Bremerhaven, Tel. 0471 596 13823.