Gute Berufsausbildung ist ein knappes Gut und darf nicht gegen ein Studium ausgespielt werden!

05. Februar 2014  Arbeit & Kapital, Sozialpolitik

Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist im Jahr 2013 mit 530 000 auf den niedrigsten Stand seit der Deutschen Einheit gefallen. Trotzdem gingen zehntausende Jugendliche bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle leer aus. Dies ist auch kein Wunder, denn denn nur noch 21,7 Prozent der Betriebe bilden aus – schlimmer noch, nur sieben Prozent der Betriebe bilden Jugendliche mit einem Hauptschulabschluss aus. Trotz dieser Situation können nicht alle Betriebe die von ihnen angebotenen Ausbildungsplätze besetzen, dies liegt meistens an der schlechten Ausbildungsqualität, sowie den Aussichten auf ein auskömmliches Einkommen nach der Ausbildung.

Wenig hilfreich ist in dieser Situation die Darstellung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) deren Präsident Eric Schweitzer vor einer ungebremsten Akademisierung in Deutschland spricht. Carsten Zinn, Ratsmitglied der LINKEN in der Gemeinde Bevertstedt dazu: “Dass Herr Schweitzer sich über sinkende Ausbildungsverträge beklagt, ist angesichts der Tatsache, dass lediglich 21,7 Prozent aller Betriebe überhaupt noch ausbilden, verwunderlich. Da liegt das eigentliche Problem. Besonders Schulabgänger mit Hauptschulabschluss, aber auch mit Realschulabschluss erhalten keinen Ausbildungsplatz. In einigen Bundesländern findet mehr als die Hälfte aller Interessierten keinen Ausbildungsplatz. 2013 wurden Bundesweit 267 000 Jugendliche in schulischen Maßnahmen ‘geparkt’.

DIE LINKE streitet für ein Recht auf Ausbildung, damit alle, die einen Ausbildungsplatz wollen, auch einen bekommen können. Wir brauchen eine Umlagefinanzierung, um Betriebe darin zu unterstützen, wieder mehr und besser für die Zukunft der jungen Menschen auszubilden. Gleichzeitig helfen sich die Betrieb durch ihr Engagement selbst Zugleich brauchen wir bessere Bedingungen an den Hochschulen. Der Versuch berufliche gegen akademische Ausbildung auszuspielen ist fatal.”

Diese Zahlen zeigen: Bund, Länder und Sozialpartner müssen gemeinsam die duale Berufsausbildung wieder stärken. Junge Menschen haben ein Recht auf eine gute Ausbildung. Eine gute duale Berufsausbildung ist zudem das Rückgrat und die Innovationskraft der Betriebe in Deutschland. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD (Seite 30) greift in seinen Aussagen zu diesem Thema kurz. Er bedeutet nur einen Stillstand, aber bei der Zukunft der Jugendlichen darf es kein ‚Weiter so‘ geben.“

Zinn weiter: „Ein gutes Diskussionspapier sind die Aussagen der LINKEN aus dem Bundestagswahlprogramm 2013 mit dem Titel ‘Bildung ist keine Ware. Gute Bildung für alle.‘ In diesem sind Konzepte für die Zukunft der jungen Menschen in unserem Land zu finden.“