Für eine bessere Teilhabe der älteren Generation und eine zukunftsfeste Rente

Heute erreichen immer mehr Frauen und Männer das 80. Lebensjahr und sind nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben länger gesund, aktiv und autonom. Das ist eine zivilisatorische Errungenschaft und ein gesellschaftlicher Reichtum, der bewahrt und gestärkt werden muss.

Unsere Gesellschaft ist auf die Herausforderungen, die sich aus der niedrigen Geburtenrate, höherer Lebenserwartung und einem wachsenden Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung ergeben, nicht eingestellt. Wir brauchen eine andere Seniorenpolitik, damit Alter in Würde gelebt werden kann. Die menschenfeindlichen Antworten der neoliberalen Parteien bedrohen Millionen Bürgerinnen und Bürger mit Altersarmut, führen zum Absinken des Versorgungsniveaus im Alter und beschädigen auf unverantwortliche Weise den Generationenzusammenhalt. Ein immer größerer Teil der Altersvorsorge wird privatisiert und dem Kapitalmarkt überantwortet. Die Neoliberalen sind dabei, mit ihren »Reformmaßnahmen« die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung schrittweise zu privatisieren und die Unternehmer aus ihrer Verantwortung zu entlassen. Die fortschreitende Privatisierung in den sozialen Bereichen ist eine der Hauptursachen dafür, dass beträchtliche Teile der finanziellen Mittel, die für Alte, Behinderte, Kranke und Pflegebedürftige bereitgestellt werden, bei diesen nicht ankommen und die Effizienz dieser Mittel insgesamt geschmälert wird. Diese Politik ist ungeeignet, die demographischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte zu bewältigen.

Im Zentrum der Seniorenpolitik müssen die Interessen der Seniorinnen und Senioren stehen, die infolge der neoliberalen Politik, sowie der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zur Wahrung ihrer Rechte und Chancen der Hilfe und Unterstützung des Gemeinwesens im besonderen Maße bedürfen.

Mein Ziel ist es, die Generationensolidarität zu stärken, die Gesundheitspotentiale in allen Lebensphasen zu erhöhen, das Rentensystem zukunfts- sicher zu machen und eine Erwerbsalterskultur zu entwickeln, die einen menschenwürdigen Übergang ins Rentenalter ermöglicht. Die Ursachen für Altersarmut müssen an der Wurzel bekämpft werden.

Um dies zu erreichen fordere ich:

  • Die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre muss zurückgenommen werden!
  • Die gesetzliche Rentenversicherung muss wieder ins Zentrum der Alterssicherungspolitik rücken. Alle Bürgerinnen und Bürger, ob arm oder reich, sind in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Die Beitragsbemessungsgrenze ist zu erhöhen und schrittweise aufzuheben.
  • Abschaffung sämtlicher Kürzungsfaktoren und weitere Dynamisierung der Rente, damit alle Generationen gleichermaßen am gesellschaftlichen Wohlstand teilhaben können;
  • gerechter Rentenanspruch für Frauen, insbesondere durch Anerkennung von Kindererziehungszeiten, sowie für Geringverdienende und für Menschen mit unterbrochenen Erwerbsarbeitsbiographien;
  • Subventionierung des Solidarausgleichs statt staatlicher Förderung der privaten Versicherung und der Versicherungskonzerne;
  • Die Bundesregierung muss aufgefordert werden, nachhaltiger an der Verhinderung drohender Altersarmut zu arbeiten und die Grundsicherung im Alter so zu gestalten, dass das Leben nach der Erwerbszeit für alle lebenswert bleibt.
  • für eine bessere Teilhabe älterer Menschen am gesellschaftlichen Leben. Dazu gehören kostengünstige Senioren-Taxi-Tarife in ländlichen Gebieten, verbilligte Eintrittskarten bei kommunalen Veranstaltungen und die Unterstützung von Seniorenvertretungen imLandkreis.
  • Wohnalternativen wie Mehr-Generationen-Häuser in kommunaler Verantwortung, in denen Jung und Alt unter einem Dach wohnen und die soziale Teilhabe der Älteren und Pflegebedürftigen gewährleistet ist müssen geschaffen werden.